Weiterbildung für bildungsferne und benachteiligte Gruppen

Gerd Altmann; Pixelio.de

Benachteilige Gruppen können als Personen definiert werden, die mit den Anforderungen oder den teilweise rasanten Entwicklungen in unserer Gesellschaft nicht mithalten können. Benachteiligungen können durch verschiedene Faktoren wie Schulausbildung, das Geschlecht, das Alter, der berufliche Status oder der Nationalität auftreten. Der Begriff der bildungsfernen Menschen ist nicht eindeutig definiert. Zum einen können dies Personen sein, die eine geringe formale Bildung genossen haben, die einer bestimmten Personengruppe angehören z.B. Obdachlose, oder denen bestimmte Fertigkeiten fehlen (wie zum Beispiel Analphabetismus) (vgl. DIE).
In verschiedenen Studien wurde untersucht welche Bevölkerungsgruppen an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Diese sind zu einem Großteil Personen mit einem hohen Bildungsabschluss. Man könnte diese Personengruppen als Bildungsnahe Personen bezeichnen.  Diese Gruppe erfährt keine oder nur wenige Hindernisse oder Benachteiligungen im Bezug auf Bildung und/oder Weiterbildung. Sie haben die Möglichkeiten (finanziell, Unterstützung durch z.B. die Eltern, keine sprachlichen Barrieren…) eine „gute“ Schule zu besuchen, eine Ausbildung bzw. ein Studium abzuschließen, an Weiterbildungen (VHS, privat oder beruflich…) teilzunehmen… Der Umgang mit Bildungsinstitutionen ist ihnen nicht fremd.

Weiterbildungsverhalten nach Schulabschluss

Auf der Tabelle lässt sich gut erkennen, dass der Schulabschluss einen großen Einfluss auf das Weiterbildungsverhalten hat. Es werden zum einen die Zahlen zum Weiterbildungsverhalten von 1979 zu 1997 verglichen, sowie eine Unterteilung nach Schulabschluss vorgenommen. Betrachtet man die aktuellsten Zahlen der Tabelle von 1997 für den Bereich „Allgemeine Weiterbildung“, so lässt sich feststellen, dass 44 % der Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen das Abitur besitzen aber nur 22 % der Teilnehmer einen niedrigeren Schulabschluss.

Durch Weiterbildung lassen sich verschiedene Benachteiligungen ausgleichen oder vermindern. Wie aber lassen sich nun Bildungsferne Gruppen erreichen? Diese Frage beschäftigt schon seit einigen Jahren verschiedene Wissenschaftler und Institutionen. In diesem Rahmen wurden diverse Studien zu diesem Thema durchgeführt (zum Weiterlesen eine Studie der DIE).

Das Thema ist sehr komplex und umfangreich. Es gibt viele unterschiedliche Gründe zur Nicht-Teilnahme an Weiterbildungsangeboten. Diese sind je nach Personengruppe unterschiedlich. Einige allgemeine Gründe sind zum Beispiel: – finanzielle Aspekte: Weiterbildungsangebote kosten meist Geld und die betroffenen Gruppen können sich dies nicht leisten bzw. sehen den Mehrwert dieser Angebote nicht (dass durch eine Weiterbildung ggf. ein neuer Job näher rückt); – motivationale Aspekte: schlicht und einfach kein Interesse an einer Weiterbildung, Perspektivlosigkeit „bringt mir ja eh nichts“; – schlechte Erfahrungen: bereits gemachte schlechte Erfahrungen mit Bildungsinstitutionen, „Schulangst“; – Körperliche Hindernisse: damit meine ich zum einen die wirklichen körperlichen Hindernisse in Form von (körperlichen oder geistigen) Behinderungen, das kann von „wie gelange ich zur Einrichtung“ bis „werde ich dort akzeptiert“ reichen oder aber Personen mit Lernstörungen bzw. wie oben bereits erwähnt Analphabetismus betreffen….
Die Grenzen zwischen diesen und noch weiteren Gründen sind teilweise fließend und oft sind es auch mehrere Gründe, die Personen zu einer Nicht-Teilnahme bewegen.

Möglichkeiten um diese Gründe zu verringern oder ganz aufzulösen sind z.B. spezielle Weiterbildungsmaßnahmen nur für eine konkrete Zielgruppe (wie z.B. Senioren, Personen mit Lernstörungen….), dadurch könnten einige Hemmungen im Vorfeld abgebaut werden; Bildungsgutscheine (wie sie schon von z.B. der Bundesagentur für Arbeit angeboten werden), mit Hilfe der Gutscheine kann die finanzielle Hürde fallen. Wie die Umsetzung und Genehmigung der Gutscheine in der Realität aussehen, ist eine andere Frage; verschiedene Medien benutzen um möglichst viele Personengruppen anzusprechen wie zum Beispiel Fernsehwerbespots einer Kampagne gegen Analphabetismus „Schreib dich nicht ab – Lern lesen und schreiben!„….
Was denkt ihr über dieses Thema?

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Eine Antwort zu Weiterbildung für bildungsferne und benachteiligte Gruppen

  1. Daniel schreibt:

    Hi, ein interessantes Thema um das Bildungsniveau in der breiten Masse anzugehen. Ich denke auch das Legasthenie ein verbreites Problem ist. Um gegen Legasthenie zu kämpfen, oder auch überhaupt zu differenzieren ob es sich um fehlende Bildung oder aber um eine wirkliche Lese-Rechtschreibstörung handelt, könnte man solche Kampagnen gut nutzen. Ich denke besonders die, von dir genannten, Bevölkerungsschichten werden leider schnell abgeschrieben.

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